Neurodivergenz
Ich biete Ergotherapie für Erwachsene an, die von Neurodivergenz betroffen sind
- ADHS
- Autismus-Spektrum (v.a. hochfunktionaler Autismus)
- Hochsensibilität
- Hochbegabung
- Dyspraxie
ADHS
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) bei Erwachsenen äußert sich oft durch innere Unruhe, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Impulsivität und Schwierigkeiten, den Alltag zu strukturieren. Handlungen werden zwar begonnen, aber nicht abgeschlossen - so auch Routinen. Reize können weniger gefiltert werden.
Gleichzeitig haben viele Erwachsene mit ADHS viele Stärken wie z.B. Kreativität, schnelles Denken, hohe Begeisterungsfähigkeit.
(hochfunktionaler)
Autismus
Hochfunktionaler Autismus (heute meist dem Autismus-Spektrum zugeordnet) beschreibt Menschen mit durchschnittlicher oder hoher Intelligenz, die im Alltag Herausforderungen haben können – beispielsweise in sozialer Interaktion, nonverbaler Kommunikation, Reizverarbeitung und Flexibilität. Häufig bestehen ein starkes Bedürfnis nach Struktur, intensive Spezialinteressen und eine detailorientierte Wahrnehmung. Viele Betroffene verfügen zugleich über ausgeprägte Stärken wie analytisches Denken, Zuverlässigkeit und hohe Fachkompetenz.
Hochsensibilität
Hochsensibilität bezeichnet eine erhöhte Sensitivität der Wahrnehmungs- und Reizverarbeitung. Betroffene reagieren stärker auf sensorische, emotionale und soziale Reize und verarbeiten diese intensiver. Dies kann mit einer erhöhten Reizüberlastung einhergehen, geht jedoch häufig auch mit differenzierter Wahrnehmung, hoher Empathiefähigkeit und sorgfältiger Informationsverarbeitung einher.
Hochbegabung
Hochbegabung bezeichnet eine überdurchschnittlich hohe kognitive Leistungsfähigkeit, meist gemessen an einem deutlich erhöhten Intelligenzniveau. Sie zeigt sich unter anderem in schneller Auffassungsgabe, hoher Problemlösefähigkeit und ausgeprägtem abstraktem Denken. Hochbegabte Personen können zugleich besondere Herausforderungen erleben, etwa durch Unterforderung, hohe innere Ansprüche oder soziale Passungsprobleme, verfügen jedoch häufig über ein hohes Lernpotenzial und differenzierte Denkstrukturen.
Dyspraxie
Dyspraxie (auch Entwicklungskoordinationsstörung) bezeichnet eine Beeinträchtigung der Planung und Koordination von Bewegungen. Betroffene haben häufig Schwierigkeiten bei fein- und grobmotorischen Abläufen, der Automatisierung von Handlungen sowie bei alltagspraktischen Tätigkeiten. Die kognitive Leistungsfähigkeit ist dabei nicht beeinträchtigt, jedoch können motorische Unsicherheiten zu erhöhter Anstrengung, Ermüdung oder Vermeidungsverhalten im Alltag führen.
Komorbiditäten
Am Beispiel von ADHS im Erwachsenenalter
Zusammenfassung
Komorbiditäten bei ADHS im Erwachsenenalter sind eher die Regel als die Ausnahme. Sie entstehen nicht zufällig, sondern durch eine Kombination aus neurobiologischer Vulnerabilität, langfristigem Stress, negativen psychosozialen Erfahrungen und unzureichenden Bewältigungsmechanismen. Eine frühzeitige und ganzheitliche Diagnostik sowie eine integrierte Behandlung von ADHS und begleitenden Störungen sind daher entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.
Ausführliche Darstellung
ADHS ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung, die oft bis ins Erwachsenenalter anhält. Viele Betroffene entwickeln zusätzliche psychische Erkrankungen (Komorbiditäten), wie Depressionen, Angststörungen, Substanzgebrauchsstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Schlaf- oder Essstörungen.
Ursachen für die häufigen Komorbiditäten sind:
Neurobiologische Faktoren: Veränderungen von Dopamin und Noradrenalin erhöhen die Anfälligkeit für weitere psychische Störungen.
Chronischer Stress: Schwierigkeiten im Alltag führen zu Überforderung, die Angst- und depressive Störungen begünstigt.
Negatives Selbstbild: Wiederholte Misserfolge und Kritik wirken langfristig auf Selbstwert und soziale Ängste.
Emotionale Dysregulation: Intensive, schwer kontrollierbare Gefühle fördern psychische Begleiterkrankungen.
Kompensationsstrategien: Substanzkonsum oder andere Bewältigungsversuche können kurzfristig helfen, langfristig aber Risiken erhöhen.
Späte Diagnose: Ohne frühzeitige Behandlung entstehen häufig zusätzliche Belastungen und Fehlinterpretationen der Symptome.
Mögliche
Therapieinhalte
1. Alltags- und Selbstorganisation
- Tagesstruktur und Routinen aufbauen
- Zeitmanagement und Prioritäten setzen
- Alltagshandlungen planen (Haushalt, Einkäufe)
- Gestaltung des Arbeitsalltags/ Lernumfelds
2. Umgang mit motorischer Unruhe
- Bewegungs- oder Pausenstrategien erlernen
- Selbstregulation bei innerer Unruhe
- Energie sinnvoll kanalisieren (z. B. kurze Aktivitätspausen)
- Förderung von Handlungssicherheit und Koordination
3. Reizverarbeitung und Selbstregulation
- Entspannungstechniken (Atemübungen, Achtsamkeit)
- Strategien bei Überforderung und Reizüberflutung
- Eigene Ressourcen aktivieren
- Entwicklung individueller Regulations- und Ausgleichsstrategien
4. Soziale und kommunikative Fähigkeiten
- Kommunikation im Alltag verbessern
- Konflikte und Emotionen besser handhaben
- Nonverbale Signale erkennen und deuten